Während der jüngsten Sitzung der Kirchenkreissynode Rotenburg stellte sich Pastorin Sabine Preuschoff den Delegierten vor. Im Gemeindehaus der Peter-und-Paul-Gemeinde Schneverdingen sprach die neue Regionalbischöfin über ihre Aufgaben und über die Zukunft der Kirche.
Preuschoff ist theologische und geistliche Leiterin der neun Kirchenkreise des Sprengels Stade – einer von sechs Bezirken der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Eine wichtige Aufgabe der Regionalbischöfe ist die Mitarbeit an der Entwicklung der Kirche im Sprengel. Hier wird es in den kommenden Jahren große Herausforderungen geben. Denn die Anzahl an Kirchenmitgliedern wird immer geringer und damit auch die Einnahmen für die kirchliche Arbeit.
Preuschoff warb dafür, nicht ausschließlich an bestehenden Strukturen festzuhalten. „Habt Mut, loszulassen. Nicht alles bewahren, sondern wirklich verändern!“ Kirche müsse stärker danach fragen, was Menschen heute brauchen und wo sie ihnen nahekommt.
Die Regionalbischöfin geht davon aus, dass es nicht mehr flächendeckend überall Ortskirchengemeinden geben wird, die alles anbieten – quasi die Vollsortimenter. „Es wird Orte gemeinschaftlichen Feierns geben, des Lehrens und Lernens. Orte mit viel Musik. Orte für Kinder. Für Jugendliche. Orte der Beratung und des Segens“, stellte sie ihre Vision vor.
Und sie machte deutlich, dass in ihren Augen die Kirche der Zukunft eine religiös bildende und missionale Kirche sein müsse. Denn das Wissen um die christliche Religion würde heute nicht mehr automatisch in den Familien weitergegeben. „Deshalb wird es verstärkt Aufgabe der Kirche sein, dies zu leisten – auch zum Verständnis von Geschichte, Kultur und Sprache sowie als Beitrag zur Persönlichkeitsbildung“, sagte Preuschoff.
Eine wichtige Rolle sieht die Theologin bei den Ehrenamtlichen. Kirchliches Leben werde künftig stärker dort entstehen, wo Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Hauptamtliche sollten Ehrenamtliche dafür ausrüsten, begleiten und stärken. So könne Kirche auch dort lebendig bleiben, wo es künftig nicht mehr überall hauptamtliche Angebote geben könne.
Preuschoff zeigte sich trotz der großen Herausforderungen optimistisch. „Wir als Kirche sollten nicht so viel Angst davor haben, als Institution kleiner und ärmer zu werden. Denn was wir zu sagen und zu leben haben, wird nicht kleiner!“


