Es wird Weihnachten – Fürchtet euch nicht

Nachricht Rotenburg, 24. Dezember 2021
weihnachtskugel

Wie sehr hatten wir uns im Sommer gefreut. Jeder konnte sich impfen lassen und die Inzidenzen waren auf einem Tiefstand. Die Pandemie schien überwunden zu sein. Doch das war wohl ein Trugschluss. Die aktuelle Lage ist bedrohlich. Die Omikron-Variante soll alles Bisherige übertreffen. Die Enttäuschung ist daher nun groß und mir wird angst und bange. Wann wird die Pandemie endlich überstanden sein?

Da passt, was in der Weihnachtsgeschichte die Engel den Hirten auf dem Feld gesagt haben: „Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren.“

Fürchtet euch nicht. Das ist einfacher gesagt als getan. Aber die Engel gaben einen Grund an: Freut euch, euch ist der Heiland geboren. Gott selbst ist zu euch gekommen. Er hat euch nicht vergessen. Er ist für euch da.

Dieser Glaube hat Menschen seit 2000 Jahren Kraft und Halt gegeben, gerade in schwierigen und auch dunklen Zeiten.

So hat es auch Johannes Daniel Falk erfahren, der vor 200 Jahren in Weimar lebte. Um ihn herum tobte der Krieg und Typhus raffte die Menschen dahin. Falk erkrankte schwer und verlor vier seiner sechs Kinder innerhalb kurzer Zeit durch die Seuche.

Eines Tages stand ein kleiner zerlumpter Junge an der Tür, wie es zu der Zeit viele gab. Ihre Eltern waren entweder im Krieg oder an Krankheiten gestorben. Der Kleine hatte Hunger und niemanden, der für ihn sorgte. Johannes Falk und seine Frau nahmen den Jungen auf.

Als dies unter den Kindern auf der Landstraße bekannte wurde, dass das Ehepaar Falk einen Waisenjungen beherbergte, hörte das Klopfen an ihrer Haustür nicht mehr auf. Solange Platz war, ließen sie jedes Kind herein. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend waren Johannes Falk und seine Frau für die Kinder tätig.

Im Gebet fanden die Falks Trost in ihrer Trauer um die eigenen Kinder und Kraft für ihren Alltag. Mehrmals am Tag knieten sie nieder und riefen zu ihrem Gott. Schließlich konnten sie die Liebe, die sie so gerne ihren eigenen Kindern gegeben hätten, den fremden schenken. Sie gründeten ein Waisenheim.

Dann stand Weihnachten 1816 vor der Tür. Vater und Mutter Falk hätten sich am liebsten allein auf den Friedhof gesetzt und an ihre verstorbenen Kinder gedacht. Aber dazu blieb ihnen mit den vielen Waisenkindern keine Zeit. Ein fröhliches Fest wollten sie ihnen bereiten und so setzte sich Johannes Falk hin und dichtete ein Lied, ein fröhliches Lied.

Und am Heiligabend sangen die armen Kinder von der Landstraße jubelnd im Chor:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit. Welt ging verloren. Christ ist geboren. Freue, freue dich o Christenheit.

Ein gesegnetes und fröhliches Weihnachtsfest wünscht Ihnen

Michael Blömer

 

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