Mit Musik Gott und die Welt beschreiben

Nachricht Rotenburg, 03. September 2026

Kreiskantor Moritz Schott tritt seinen Dienst an

moritz schott

Wenn Moritz Schott über sein Lieblingsinstrument spricht, strahlen seine Augen und er kann gar nicht mehr aufhören zu erzählen. Seine Leidenschaft für die Orgel war schon sehr früh zu erkennen. So hat er als Baby auf dem Arm seiner Mutter die allerersten Orgeltöne gehört und sofort angefangen, fröhlich zu lachen. Als Kleinkind wollte er lieber mit seiner Oma in eine Kirche gehen, aus der Orgelmusik zu hören war, anstatt eine zweite Runde Karussell auf dem Weihnachtsmarkt zu fahren.

Schon mit elf Jahren begann dann der Orgelunterricht – das Klavierspiel bereits mit sechs. Sein Interesse und Talent wurden schnell erkannt und gefördert. Nach seiner Konfirmation durfte er bereits in einer Kantorei mitsingen und begann seine Ausbildung als C-Kirchenmusiker. Seinen Zivildienst absolvierte der Vollblutmusiker am Hamburger Michel. Dieses spezielle Jahr betrachtet Schott auch heute noch als einen ersten Höhepunkt in seinem musikalischen Werdegang. Denn schnell wurde der international renommierte damalige Kirchenmusikdirektor von St. Michaelis, Christoph Schoener, auf den Zivildienstleistenden aufmerksam. Er gab ihm Orgelunterricht, ließ ihn im Chor St. Michaelis mitsingen und band ihn mit kleinen Aufgaben ein in die Produktion der Kirchenoper „Jeremias“. Bei dieser Gelegenheit lernte der junge Moritz auch den Komponisten des Stücks – Petr Eben aus Tschechien – kennen. „Das war eine wahnsinnig aufregende und prägende Zeit“, schwärmt Schott noch heute.

Es folgten das Orgelstudium in Köln, Hamburg und Leipzig und der nächste Höhepunkt: das Auslandssemester am Conservatoire nationale supérieur de Musique et de Danse (CNSMDP )in Paris. Die dortige Orgelklasse ist eine der angesehensten der Welt. Erfolgreich bestrittene Wettbewerbe und Orgelkonzerte im In- und Ausland folgten. Noch während seines Studiums erhielt Schott seine erste Festanstellung als Organist an der Paul-Gerhardt-Kirche in Winterhude. Kurz vor Abschluss seines Konzertexamens übernahm er die Stelle als Kirchenmusiker in Hamburg-Wellingsbüttel, die er 13 Jahre lang gerne ausfüllte. „Die Musik – so abstrakt sie ist – kann die Welt – und kann Gott – am treffendsten beschreiben.“

Auch in seinem neuen Amt als Kreiskantor in Rotenburg freut er sich natürlich auf das Orgelspiel. „Es ist die Vielseitigkeit – dieses Gefühl, ein ganzes Orchester zu haben“, beschreibt er seine Faszination für das Instrument. Aber mindestens genauso sehr freut er sich auf die Leitung der Kantorei und auf das erste Chorprojekt mit den Sängerinnen und Sängern. „Ich habe da schon einige Ideen, was wir zusammen machen können – vielleicht auch mal festivalartig“, sagt Schott. Als Kreiskantor wird er darüber hinaus die fachliche und konzeptionelle Verantwortung für die Kirchenmusik im gesamten Kirchenkreis Rotenburg übernehmen. Mit viel Neugier und Offenheit startet Moritz Schott an seinem neuen Arbeitsplatz und wünscht sich diese auch von den Menschen im Kirchenkreis Rotenburg.

Wer den Kreiskantor kennenlernen möchte, hat dazu eine erste Gelegenheit beim Gottesdienst am kommenden Sonntag, 6. September, ab 10 Uhr in der Stadtkirche. Dort gibt er auch ein Antrittskonzert an der Klais-Orgel am Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr im Rahmen der Reihe „Musik am Ersten“ mit einer kleinen Einführung um 18.30 Uhr auf der Empore.


 

Termine

Gottesdienst mit Begrüßung von Moritz Schott
Sonntag, 6. September, 10 Uhr, Stadtkirche Rotenburg

Antrittskonzert an der Klais-Orgel - "Musik am Ersten"
Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr, mit einer kleine Einfürhung auf der Empore, Stadtkirche Rotenburg