Das Gute behaltet!

Nachricht Rotenburg, 17. Mai 2020

Alles ist anders. Wie oft habe ich diesen Satz in den vergangenen Wochen gehört! Und es stimmt. Wer hätte noch im Februar dieses Jahres für möglich gehalten, was wenig später unseren Alltag prägt: Hygieneregeln, Besuchsverbote und eine Welt, die durch ein kleines Virus aus den Angeln gehoben wird. Viele dieser Einschränkungen sind bitter und manche Branchen stehen wirtschaftlich am Abgrund.

Doch diese Krise offenbart auch positive Seiten. Ein Großteil unserer Bevölkerung hat die Freiheits-Einschränkungen in Kauf genommen, um die zu schützen, für die das Virus zu einer tödlichen Gefahr werden kann. Sie haben verstanden, dass Freiheit und Verantwortung zusammengehören und haben aus unserer Gesellschaft eine solidarische Gemeinschaft gemacht. Danke dafür!

Zudem sind Berufsgruppen in den Blick gekommen, die seit Jahrzehnten eine wichtige Arbeit verrichten, aber dennoch eher ein Schattendasein führten. Dazu gehören jene, die sich um kranke, behinderte oder alte Menschen kümmern. Nun erhalten sie die Wertschätzung, die sie schon lange verdient haben.

Und durch unseren ungewollten Rückzug erholt sich die Natur zumindest ein wenig. Das „Comeback der Natur“ titelte die Kreiszeitung treffend vor einigen Tagen ihren Artikel dazu.

„Prüfet aber alles und das Gute behaltet.“ Diesen Ratschlag gibt Paulus der Gemeinde in Thessalonich am Ende seines Briefes mit auf den Weg.

Wenn irgendwann diese Krise vorbei ist, sollten auch wir nicht einfach zur Normalität zurückkehren. Wir sollten sorgfältig prüfen, was diese Krise uns gezeigt hat: Die Stärke gemeinschaftlichen Handelns, Nächstenliebe durch Verzicht, die Verletzlichkeit des Lebens, die Bedeutung menschlicher Nähe und was unsere Art zu leben für die Natur bedeutet.

Manches lohnt sich, nicht über Bord zu werfen. Auch nach Corona.

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